Ergebnis: 1. Umfrage zur Direktwahl des EU-Präsidenten (Januar 2013)

EU-Direktwahlprognose
In den vergangenen Monaten forderten vermehrt auch renommierte Politiker wie Finanzminister Deutschlands Wolfgang Schäuble (EPP) eine Direktwahl des EU-Präsidenten.  Seit 2009 hat Herman van Rompuy (EPP) de facto dieses Amt inne. Er wurde damals von den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedsstaaten gewählt. Da sich die Pläne zu einer Direktwahl konkretisieren hat es sich twittprognosis zur Aufgabe gemacht, erstmals eine EU-weite Umfrage durchzuführen, um von den Europäern zu erfahren, wen sie für den geeignetsten EU-Präsidenten halten.

Die mit Abstand meisten Stimmen erhielt dabei die deutsche Regierungschefin Angela Merkel (EPP). Ihr trauen 22,5 Prozent der Europäer zu, die Geschicke der EU als EU-Präsidentin am besten von allen Politikern zu leiten. Dies ist umso mehr erstaunlich, da Merkel vor allem in Südeuropa bislang als eher unbeliebt galt.

Der französische Präsident François Hollande (PES) landete mit 13 Prozent auf dem zweiten Rang. Er wird als Alternative zur Sparpolitik von Merkel betrachtet. Die Sozialdemokraten unterliegen hier also dem Christdemokratischen Mitbewerber im Rennen um Platz Eins.

Auf Platz Drei findet sich wieder ein Christdemokrat: Der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Junker kann von seiner Bekanntheit als ehemaliger Euro-Gruppen-Chef profitieren. Ihn würden 9 Prozent der Europäer zum EU-Präsidenten wählen.

Überraschend ist wahrscheinlich für viele die Viertplatzierte: Die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt (PES) erhält im Januar 6 Prozent der Stimmen. Knapp dahinter liegt der europaparteilose italienische Regierungschef Mario Monti, der 5,5 Prozent der Europäer hinter sich vereint. Gleichauf liegt der zyprische Präsident Dimitris Christophias (EL). Der Sozialist erhält 5,5 Prozent der Stimmen. Viele dürften ihn seiner Parteizugehörigkeit gewählt haben; er ist der einzige Regierungschef in Europa der der sozialistischen EL angehört. Knapp dahinter liegt der einzige Politiker, der im vorderen Bereich liegt und nie Regierungschef war: Der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (PES). Ihn nannten 3,5 Prozent der Europäer als ihren Favoriten für das Amt des EU-Präsidenten.

3 Prozent der Stimmen erhielten zwei potentielle Kandidaten: der polnische Regierungschef Donald Tusk (EPP) und der Sondergesandte des Nahost-Quartetts Tony Blair (PES). Der ungarische Regierungschef Viktor Orbán (EPP) erhielt 2,5 Prozent.

Weitgehend chancenlos sind der belgische Regierungschef Elio di Rupo (PES), der österreichische Regierungschef Werner Faymann (PES) mit je 2 Prozent. Der konservative britische Regierungschef David Cameron (AECR), der im Befragungszeitraum ein EU-Referendum über den Verbleib seines Landes in der EU ankündigte, kann damit europaweit nicht punkten. Er erhält ebenfalls 2 Prozent.

Wenig schlechter schneidet mit 2 Prozent sein niederländischer Amtskollege Mark Rutte (ALDE) ab. Der irische Regierungschef Enda Kenny (EPP) erhält 1,5 Prozent.

Der amtierende EU-Präsident van Rompuy (EPP) und der EU-Regierungschef José Manuel Barroso (EPP) erhalten nur ein Prozent und liegen damit gleichauf mit dem lettischen Regierungschef Valdis Dombrovskis (EPP), dem Spitzenkandidaten der EL in Deutschland für die Bundestagswahl Gregor Gysi, dem ehemaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer (EGP), dem Fraktionsvorsitzende der ALDE im EU-Parlament Guy Verhofstadt und dem EU-Parlamentarier Daniel Cohn-Bendit (EGP). Bei einer Direktwahl des EU-Präsidenten wären sie chancenlos.

Alle anderen Kandidaten erhalten mit insgesamt 10 Prozent jeweils weniger als ein Prozent Zustimmung.

Befragte 213 Antworten von 2.347 Befragten
ungültige/weiß nicht 3,3%
Staaten Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Tschechien, Italien, Irland, Spanien, Schweden, Griechenland, Dänemark, Slowenien, Finnland, Zypern, Slowakei, Lettland
Befragungszeitraum 4. Januar bis 28. Januar 2013
Methodik Online-Umfrage
Institut/Auftraggeber twittprognosis Europe
Datum der Veröffentlichung 28. Januar 2013

 

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s